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Cloud-Gaming einfach erklärt: So funktioniert Spielen aus der Cloud

Cloud-Gaming bedeutet, dass ein Spiel nicht auf deinem Gerät läuft, sondern auf einem Rechner im Rechenzentrum. Du siehst nur das Bild, das per Internet zu dir gestreamt wird, ähnlich wie bei einem Film. Dadurch kannst du aktuelle Spiele auf einem alten Laptop, dem Fernseher oder dem Handy spielen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Cloud-Gaming funktioniert, was deine Internetleitung können muss und welche Anbieter es in Deutschland gibt, mit Preisen und Bedingungen. Stand aller Angaben ist der 04.10.2026.

Wie Cloud-Gaming funktioniert

Wenn du ein Spiel in der Cloud startest, läuft es auf einem leistungsstarken Server mit Prozessor und Grafikkarte. Der Server berechnet jedes Bild, komprimiert es als Videostream und schickt es über das Internet an dein Gerät. Deine Eingaben mit Controller, Maus oder Tastatur gehen den umgekehrten Weg zurück zum Server. Das alles passiert viele Male pro Sekunde. Dein Gerät muss also nur Video abspielen und Eingaben senden können, die eigentliche Rechenarbeit übernimmt der Anbieter.

Daraus ergeben sich die Stärken und Schwächen. Du brauchst keine teure Hardware, keine Installation und keinen Speicherplatz für die Spiele. Dafür hängt alles von deiner Internetverbindung ab, und zwischen Eingabe und Bild liegt immer ein kleiner Weg durchs Netz.

Was du für Cloud-Gaming brauchst

Grundsätzlich reichen ein Gerät mit Bildschirm, ein Controller oder Maus und Tastatur und eine stabile Internetverbindung. Bei der Leitung kommt es auf zwei Werte an: die Bandbreite, also wie viele Daten pro Sekunde ankommen, und die Latenz, also wie lange ein Datenpaket zum Rechenzentrum und zurück braucht.

Bandbreite

Die Anbieter nennen unterschiedliche Mindestwerte. Für ein Bild in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde empfehlen sie meist zwischen 20 und 35 Mbit/s, für 4K deutlich mehr.

Anbieter Full HD 4K
GeForce NOW 25 Mbit/s 45 Mbit/s (120 Bilder pro Sekunde)
Xbox Cloud Gaming mindestens 10, an Konsole, PC und Tablet 20 Mbit/s nicht angeboten
PlayStation Plus Premium (PS5) 23 Mbit/s 52 Mbit/s
Amazon Luna mindestens 10 Mbit/s nicht angeboten
Boosteroid mindestens 24, empfohlen 35 Mbit/s mindestens 80, empfohlen über 100 Mbit/s (120 Bilder pro Sekunde)

Wichtig ist, dass diese Bandbreite dauerhaft zur Verfügung steht. Wenn nebenbei jemand im Haushalt Filme in 4K streamt oder große Downloads laufen, wird es eng. Im Mobilfunknetz verbraucht ein Stream zudem fortlaufend Datenvolumen, ein Blick auf deinen Tarif lohnt sich deshalb vor dem ersten Spiel unterwegs.

Latenz und Ping

Die Latenz entscheidet darüber, wie direkt sich das Spiel anfühlt. NVIDIA empfiehlt für GeForce NOW weniger als 80 Millisekunden zum Rechenzentrum, Boosteroid weniger als 20 und Shadow höchstens 30 Millisekunden. Am PC mit Netzwerkkabel erreichst du die besten Werte, im WLAN solltest du das 5-GHz-Band nutzen und möglichst nah am Router sitzen. Rennspiele und Rollenspiele verzeihen eine kleine Verzögerung gut, in schnellen Shootern spürst du sie eher. Wie sich Verzögerung im Spiel auswirkt und wie du sie auch lokal verringerst, steht im Ratgeber Reaktionszeit verbessern.

Geräte

Je nach Anbieter läuft Cloud-Gaming im Browser, über Apps für Windows, macOS, Android und iOS, auf Smart-TVs von LG und Samsung, auf dem Fire TV, auf Handhelds wie dem Steam Deck und teils sogar auf VR-Brillen. Am Fernseher brauchst du einen Controller, der sich per Bluetooth koppeln lässt. Für die PlayStation gibt es zusätzlich den PS Portal, ein Handheld, das neben dem Fernspielen der eigenen PS5 auch Cloud-Streaming beherrscht.

Cloud-Gaming-Anbieter in Deutschland

Die Angebote unterscheiden sich stark. Bei manchen bezahlst du für Rechenleistung und bringst eigene Spiele mit, bei anderen ist ein Spielekatalog im Abo enthalten. Preise und Bedingungen ändern sich häufig, 2026 haben fast alle großen Anbieter etwas umgestellt.

NVIDIA GeForce NOW

GeForce NOW streamt Spiele, die du bereits bei Steam, Epic, Ubisoft und weiteren Plattformen besitzt. Du kaufst also keine Spiele bei NVIDIA, sondern Rechenzeit. Die kostenlose Stufe läuft mit Werbung, einer Stunde pro Sitzung und bis zu 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde. Laut der Mitgliedschaftsseite von NVIDIA kostet Performance 10,99 Euro im Monat (bis 1440p, Sitzungen bis sechs Stunden) und Ultimate 21,99 Euro im Monat (bis 5K und bis 360 Bilder pro Sekunde, Sitzungen bis acht Stunden). Seit 2026 gilt für beide bezahlten Stufen ein Limit von 100 Stunden im Monat, bis zu 15 ungenutzte Stunden wandern in den Folgemonat.

Xbox Cloud Gaming

Xbox Cloud Gaming ist in allen drei Stufen des Game Pass enthalten. Essential kostet 8,99 Euro, Premium 12,99 Euro und Ultimate 20,99 Euro im Monat. Du spielst Titel aus dem Katalog und ausgewählte Spiele, die du selbst gekauft hast. Microsoft hat den Ultimate-Preis im April 2026 gesenkt, führt aber im November 2026 Stundenlimits ein. Laut Ankündigung auf Xbox Wire sind dann bei Ultimate 15, bei Premium 10 und bei Essential 5 Stunden Cloud-Spielzeit im Monat enthalten. Zusätzliche Stunden lassen sich im Store kaufen, die Preise will Microsoft im November nennen. Der PC Game Pass enthält kein Cloud-Gaming.

PlayStation Plus Premium

Bei Sony ist Cloud-Streaming Teil der höchsten Stufe von PlayStation Plus. Premium kostet 18,99 Euro für einen Monat, 54,99 Euro für drei Monate oder 151,99 Euro im Jahr. Auf der PS5 und dem PS Portal streamst du Spiele aus dem Katalog und ausgewählte digital gekaufte PS5-Spiele in bis zu 4K. Am PC gibt es eine PlayStation-Plus-App für Windows. Für Kinderkonten ist Cloud-Streaming nicht freigeschaltet. Der frühere Streamingdienst PlayStation Now ging im Juni 2022 in PlayStation Plus Premium auf und existiert nicht mehr als eigener Dienst.

Amazon Luna

Luna ist in Deutschland verfügbar und in der Grundstufe im Prime-Abo enthalten, mit einer wechselnden Auswahl an Spielen. Amazon hat den Dienst 2026 stark umgebaut. Seit April 2026 verkauft Amazon dort keine einzelnen Spiele mehr, und Abos von Drittanbietern wie Ubisoft+ sowie die Anbindung von Stores wie GOG, EA und Ubisoft sind weggefallen. Wer auf Luna Spiele gekauft hatte, konnte sie dort nur bis zum 10.06.2026 spielen. Für Prime-Mitglieder bleibt Luna eine einfache Möglichkeit, Cloud-Gaming ohne zusätzliches Abo auszuprobieren.

Boosteroid und Shadow

Boosteroid funktioniert ähnlich wie GeForce NOW. Du verbindest deine Spielebibliotheken und streamst bis 4K mit 120 Bildern pro Sekunde, ohne monatliches Stundenlimit. Seit dem 15.09.2026 kostet die Stufe Ultra 16,89 Euro im Monat oder 89,89 Euro im Jahr. Shadow geht einen Schritt weiter und vermietet dir einen kompletten Windows-PC in der Cloud, auf dem du beliebige Programme installierst. Das ist flexibel, aber teurer, die Tarife beginnen bei 25,99 Euro im Monat mit 120 Stunden Nutzung.

Nintendo

Nintendo bietet keinen Streamingdienst an. Einzelne aufwendige Spiele erscheinen für Switch und Switch 2 aber als Cloud-Version. Du kaufst einen Zugangspass für das Spiel und kannst vorher kostenlos testen, ob die Verbindung reicht.

Eingestellte Dienste

In älteren Ratgebern tauchen noch Dienste auf, die es nicht mehr gibt. MagentaGaming der Telekom wurde am 26.02.2022 eingestellt, Google Stadia am 18.01.2023 abgeschaltet. PlayStation Now ist in PlayStation Plus Premium aufgegangen.

Anbieter im Überblick

Dienst Preis pro Monat (Stand 04.10.2026) Spiele Limit
GeForce NOW kostenlos, 10,99 oder 21,99 Euro eigene Spiele aus Steam, Epic und weiteren Stores 100 Stunden bei den bezahlten Stufen
Xbox Game Pass 8,99, 12,99 oder 20,99 Euro Katalog plus ausgewählte eigene Spiele ab November 2026 5, 10 oder 15 Stunden
PlayStation Plus Premium 18,99 Euro (151,99 Euro im Jahr) Katalog plus ausgewählte eigene PS5-Spiele keine Stundenangabe
Amazon Luna in Prime enthalten wechselnde Auswahl keine Stundenangabe
Boosteroid Ultra 16,89 Euro (89,89 Euro im Jahr) eigene Spiele aus verbundenen Stores kein Stundenlimit
Shadow ab 25,99 Euro eigener Windows-PC, beliebige Spiele 120 bis 210 Stunden je nach Tarif

Für wen sich Cloud-Gaming lohnt

Cloud-Gaming passt gut, wenn du aktuelle Spiele ausprobieren willst, ohne einen neuen Rechner zu kaufen, wenn du nur ab und zu spielst oder wenn du unterwegs auf dem Laptop oder Tablet weiterspielen möchtest. Gerade bei den derzeit hohen Preisen für Arbeitsspeicher und Grafikkarten ist ein Abo für manche die günstigere Lösung. Wer dagegen viele Stunden im Monat spielt, stößt an die neuen Stundenlimits und zahlt dauerhaft. Dann kann sich eigene Hardware wieder rechnen, wie du im Ratgeber PC aufrüsten nachlesen kannst.

Auch der Markt zeigt, dass Streaming und Abos wachsen. Laut game-Jahresreport haben Online-Gaming-Dienste in Deutschland 2025 gut eine Milliarde Euro umgesetzt, mehr dazu auf der Seite Gaming in Deutschland.

Vorteile und Nachteile von Cloud-Gaming

  • Vorteil: keine teure Hardware nötig, auch ältere Laptops, Fernseher und Handys reichen.
  • Vorteil: keine Installation, keine Updates, kein voller Speicher.
  • Vorteil: Spielstände wandern mit, du spielst auf mehreren Geräten weiter.
  • Nachteil: ohne stabile, schnelle Internetverbindung geht nichts. Für Bahnfahrten und Funklöcher brauchst du Spiele ohne Internet.
  • Nachteil: eine kleine Verzögerung bleibt immer, Bildqualität schwankt mit der Leitung.
  • Nachteil: laufende Kosten, Stundenlimits und Kataloge, die sich ändern können.

Häufige Fragen zu Cloud-Gaming

Ist Cloud-Gaming kostenlos?

Teilweise. GeForce NOW hat eine kostenlose Stufe mit Werbung und einer Stunde pro Sitzung, und Amazon Luna ist für Prime-Mitglieder ohne Aufpreis nutzbar. Die übrigen Dienste kosten ein Abo.

Brauche ich für Cloud-Gaming Glasfaser?

Nein. Eine stabile Leitung mit 25 bis 35 Mbit/s reicht für Full HD bei den meisten Anbietern. Wichtiger als die maximale Geschwindigkeit ist, dass die Verbindung gleichmäßig bleibt und die Latenz niedrig ist.

Kann ich meine eigenen Spiele in der Cloud spielen?

Bei GeForce NOW und Boosteroid verbindest du deine Bibliotheken aus Steam und anderen Stores. Xbox und PlayStation streamen neben dem Katalog auch ausgewählte gekaufte Spiele. Bei Shadow installierst du auf dem gemieteten PC, was du willst.

Funktioniert Cloud-Gaming am Fernseher?

Ja, über Apps auf vielen Smart-TVs von LG und Samsung, über den Fire TV oder über eine Konsole. Du brauchst nur einen Bluetooth-Controller und eine stabile Verbindung, am besten per Netzwerkkabel.

Sharlet

Sharlet kam 2006 nach Azeroth, ein Jahr nach dem Europastart von World of Warcraft. 2008 gründete sie ihre Fanseite Frag-Sharlet.de, und aus der Seite wurde eine Kolumne bei SpeedyDragon und Allvatar. Dazu kamen Texte für PC Games MMore, GameStar MMO, MMO PRO, PCGames.de, GamersGlobal, Gameswelt und Golem.de. Heute zockt sie auf PS5 und Switch 2, abends am liebsten Diablo, Horizon, Zelda und Co. Wenn ein Update hängt, der Controller spinnt oder ein Boss einfach nicht fallen will, findest du hier die Lösung.

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