Startseite Gaming entspannt genießen Mau-Mau-Regeln: Der Grundstand und die Punkte, über die alle streiten
Mau-Mau-Regeln: Der Grundstand und die Punkte, über die alle streiten

Mau-Mau-Regeln: Der Grundstand und die Punkte, über die alle streiten

Der Zug steht, das Netz ist weg, und aus der Tasche kommt ein Kartendeck. Nach drei Minuten sitzen vier Leute um einen Klapptisch und streiten darüber, ob die Sieben zwei oder vier Karten zieht und ob man auf einen Buben einen Buben legen darf. Genau darin liegt der Reiz und das Problem zugleich: Mau-Mau-Regeln sind nirgends verbindlich festgelegt, jede Familie spielt ihre eigene Fassung. Dieser Text liefert einen brauchbaren Grundstand, die verbreiteten Zusatzregeln und einen Weg, den Streit vor dem ersten Zug zu beenden.

Der Grundaufbau in zwei Minuten

Mau-Mau wird mit einem gewöhnlichen Skatblatt aus zweiunddreißig Karten gespielt, alternativ mit einem Rommé-Blatt aus zweiundfünfzig. Bei zwei bis vier Personen erhält jede fünf Karten, bei größeren Runden reduziert sich das auf vier, damit der Nachziehstapel reicht. Die restlichen Karten kommen verdeckt in die Mitte, die oberste wird aufgedeckt danebengelegt und bildet den Ablagestapel. Begonnen wird links vom Geber, und ab da läuft das Spiel im Uhrzeigersinn weiter, bis eine Person alle Karten losgeworden ist.

Der Zug selbst folgt einer einzigen Grundregel: Es darf eine Karte abgelegt werden, die entweder in der Farbe oder im Wert zur obersten Karte des Ablagestapels passt. Liegt also Herz Acht, passen alle Herzkarten und alle Achten. Wenn nichts passt, wird eine Karte vom verdeckten Stapel gezogen, und je nach Hausregel endet der Zug damit oder die gezogene Karte darf sofort gelegt werden. Diese Grundmechanik versteht ein sechsjähriges Kind in einer einzigen Runde, was den Erfolg des Spiels erklärt. Genau diese Einfachheit macht es zum verlässlichsten Kartenspiel für gemischte Runden aus Kindern und Erwachsenen.

Das Ziel ist erreicht, wenn jemand seine letzte Karte ablegt. Vorher gilt eine Ansagepflicht: Bei der vorletzten Karte wird Mau gerufen, bei der letzten Mau-Mau. Wird die Ansage vergessen und jemand anderes bemerkt es, muss zur Strafe nachgezogen werden, meist zwei Karten. Diese Ansageregel gehört zum Kern des Spiels und ist einer der wenigen Punkte, über den erstaunlich große Einigkeit herrscht, auch wenn die Höhe der Strafe schwankt. Manche Runden verlangen eine Karte, andere drei, und in wieder anderen muss die betroffene Person aussetzen.

Die Aktionskarten

Interessant wird Mau-Mau durch die Sonderkarten, und genau hier gehen die Fassungen auseinander. Am weitesten verbreitet sind vier Karten mit besonderer Wirkung: die Sieben zwingt zum Ziehen, der Bube erlaubt einen Farbwunsch, die Acht setzt aus und die Neun dreht die Spielrichtung um. In manchen Regionen übernimmt die Ass die Rolle des Aussetzers, in anderen gibt es die Neun gar nicht als Sonderkarte. Die Übersicht unten zeigt die verbreitetste Fassung, die als guter Ausgangspunkt taugt.

Karte Wirkung Verbreitete Varianten
Sieben Nächste Person zieht zwei Karten und setzt aus Legt sie selbst eine Sieben, wandert die Pflicht weiter und verdoppelt sich
Acht Nächste Person setzt einmal aus Bei manchen die Ass statt der Acht
Neun Spielrichtung wird umgekehrt Wird in vielen Runden gar nicht verwendet
Bube Darf auf jede Karte gelegt werden, Farbe wird gewünscht Auf einen Buben darf kein Bube gelegt werden
Ass Je nach Fassung Aussetzer oder ohne Wirkung Regional sehr unterschiedlich
Zehn Meist ohne Wirkung In manchen Runden Richtungswechsel

Die Sieben sorgt für die meisten Diskussionen. In der Grundfassung zieht die nächste Person zwei Karten und ist damit fertig. Verbreitet ist die Kettenregel, nach der eine eigene Sieben die Pflicht weiterreicht und der Betrag sich addiert, sodass bei drei Siebenen hintereinander sechs Karten fällig werden. Diese Kette macht das Spiel deutlich dynamischer, verlängert es aber auch und kann bei Kindern zu ziemlicher Frustration führen, wenn plötzlich acht Karten auf der Hand landen. Für Runden mit jüngeren Kindern ist die einfache Fassung ohne Kette deshalb die bessere Wahl.

Beim Buben herrscht ebenfalls Uneinigkeit. Fast überall gilt, dass er auf jede beliebige Karte gelegt werden darf und die nächste Farbe bestimmt. Strittig ist, ob auf einen Buben ein weiterer Bube gelegt werden darf. Die verbreitetere Fassung verbietet das, weil sonst mehrere Buben hintereinander die Farbe immer wieder ändern und das Spiel zäh wird. Diese Einschränkung ist die sinnvollere Wahl für Runden mit gemischten Altersgruppen. Sie hält die Partien kürzer und verhindert, dass eine Person mit mehreren Buben das Spiel dominiert.

Warum es keine offiziellen Regeln gibt

Anders als Skat oder Doppelkopf hat Mau-Mau keinen Verband, kein Regelwerk und keine Turniere, an denen sich eine verbindliche Fassung ausrichten könnte. Das Spiel ist über Generationen mündlich weitergegeben worden, und dabei hat jede Familie und jede Region eigene Zusätze entwickelt. Genau deshalb ist die Frage nach den richtigen Regeln nicht zu beantworten, es gibt nur mehr oder weniger verbreitete. Diese Erkenntnis nimmt der Diskussion am Spieltisch viel von ihrer Schärfe. Am Ende zählt die Fassung, auf die sich alle geeinigt haben, und nicht die, die irgendwo im Netz steht.

Praktisch bewährt hat sich deshalb ein Vorgehen, das jeder Runde vorausgeht: Vor dem ersten Zug werden die strittigen Punkte einmal durchgesprochen und festgelegt. Das dauert zwei Minuten und erspart die Auseinandersetzung mitten im Spiel, wenn bereits jemand im Nachteil ist. Sinnvoll ist außerdem, die Absprache an eine Person zu binden, die im Zweifelsfall entscheidet. Diese Schiedsrolle verhindert, dass eine Regelfrage die Stimmung kippt, besonders bei Kindern. Bewährt hat sich, diese Rolle vor dem Austeilen zu vergeben und nicht erst im Streitfall.

  • Zieht die Sieben zwei oder vier Karten? Und darf die Pflicht mit einer eigenen Sieben weitergereicht werden?
  • Darf auf einen Buben ein Bube? Die verbreitetere Fassung verbietet es.
  • Was passiert nach dem Ziehen? Endet der Zug, oder darf die gezogene Karte sofort gelegt werden?
  • Gibt es die Neun als Richtungswechsel? In vielen Runden entfällt sie ganz.
  • Wie hoch ist die Strafe für vergessenes Mau? Üblich sind zwei Karten.
  • Was gilt bei leerem Nachziehstapel? Meist wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte gemischt.

Der letzte Punkt fällt oft erst auf, wenn er eintritt. Ist der verdeckte Stapel leer, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte genommen, gemischt und wieder verdeckt hingelegt. Manche Runden beenden an dieser Stelle das Spiel und werten aus, wer die wenigsten Karten hat. Beide Varianten funktionieren, wichtig ist nur eine Festlegung vorher, weil die Situation gern in einem Moment auftritt, in dem jemand kurz vorm Gewinnen steht. Zwei Sätze zu Beginn ersparen an dieser Stelle eine unangenehme Debatte.

Varianten für mehr Tempo

Wenn die Runde eingespielt ist, sorgen Zusatzregeln für Abwechslung. Verbreitet ist das Dazwischenlegen, bei dem eine identische Karte jederzeit außer der Reihe abgelegt werden darf, wodurch der Zug zu dieser Person springt. Ebenfalls beliebt ist die Regel, dass eine Zehn den Stapel dreht und die Reihenfolge umkehrt. Solche Zusätze erhöhen das Tempo erheblich und verlangen mehr Aufmerksamkeit, was für Erwachsenenrunden reizvoll ist und Kinder schnell überfordert. Sinnvoll ist deshalb, sie nur in Runden einzuführen, in denen alle die Grundfassung sicher beherrschen.

Für größere Gruppen ab fünf Personen lohnt ein zweites Kartendeck, weil sonst der Nachziehstapel zu schnell erschöpft ist. Mit zwei gemischten Decks lassen sich problemlos acht Leute bespielen, allerdings verlängert sich die Spieldauer entsprechend. Eine Alternative ist die Reduzierung der Handkarten auf vier oder sogar drei, was die Partien deutlich kürzer macht. Diese Anpassung eignet sich gut für Wartesituationen mit unklarem Zeitrahmen, etwa am Flughafen. Drei Handkarten ergeben Partien von wenigen Minuten, die sich jederzeit abbrechen lassen.

Für Kinder ab etwa fünf Jahren gibt es eine vereinfachte Fassung ohne Aktionskarten, bei der nur nach Farbe und Wert gelegt wird. Damit lernen sie die Grundmechanik, ohne von Sonderregeln überfordert zu werden. Die Aktionskarten kommen dann nach und nach dazu, beginnend mit der Sieben. Weitere Spiele, die ohne Strom und Netz funktionieren, sammelt unser Ratgeber zu Spielen ohne Internet mit einer eigenen Übersicht nach Situationen. Viele davon lassen sich mit demselben Kartendeck spielen, das ohnehin schon in der Tasche liegt.

Mau-Mau mit Kindern

Als Einstieg in die Welt der Kartenspiele ist Mau-Mau kaum zu schlagen, weil die Regeln in einer Runde sitzen und keine Rechenfertigkeit verlangt wird. Kinder üben dabei nebenbei Farben und Zahlen zuordnen, Regeln einhalten und Verlieren aushalten. Sinnvoll ist ein Start ohne Sonderkarten und mit offenen Handkarten bei den Jüngsten, damit Erwachsene beim Suchen helfen können. Dieser Einstieg dauert wenige Partien, danach läuft es meist von allein. Nach zwei oder drei Partien fragen Kinder in der Regel selbst nach den Sonderkarten.

Beim Thema Verlieren lohnt eine Vorabüberlegung. Kurze Partien mit vier Handkarten sorgen dafür, dass schnell wieder eine neue Runde beginnt, und wer eben verloren hat, kann gleich wieder gewinnen. Das federt Frust deutlich besser ab als eine lange Partie mit endgültigem Ausgang. Bei sehr jungen Kindern hilft außerdem, die Ansagepflicht wegzulassen, weil das Vergessen von Mau als besonders ungerecht empfunden wird und meist Tränen nach sich zieht. Sie lässt sich später jederzeit ergänzen, wenn das Spiel sicher sitzt.

Pädagogisch spricht einiges für regelmäßige Kartenspielrunden. Sie schaffen gemeinsame Zeit ohne Bildschirm, fördern Konzentration und geben Kindern eine Struktur, in der Regeln verhandelbar sind, bevor sie feststehen. Einschätzungen zu Spielen und ihrer Wirkung sammelt die Bundeszentrale für politische Bildung auf dem Portal spielbar, ergänzt durch pädagogische Bewertungen des Spieleratgebers NRW. Beide Portale sind kostenfrei zugänglich und liefern Einschätzungen nach Altersgruppen. Wie sich feste Spielzeiten im Familienalltag verankern lassen, zeigt unser Ratgeber zum Digital Detox.

Mau-Mau unterwegs und ohne Tisch

Ein Kartendeck wiegt weniger als hundert Gramm und passt in jede Seitentasche, was Mau-Mau zum verlässlichsten Zeitvertreib für unterwegs macht. Im Zug, am Flughafen oder im Wartezimmer braucht es dafür kaum Platz, denn der Ablagestapel funktioniert auch auf einem Knie oder einem Buchdeckel. Praktisch ist ein Deck mit etwas festerem Karton, weil dünne Karten bei Zugluft und auf unebenen Flächen schnell verrutschen und sich an den Ecken wellen. Ein Deck mit Kunststoffbeschichtung übersteht mehrere Reisen ohne sichtbare Spuren.

Bei Wind im Freien hilft ein einfacher Kniff: Der Ablagestapel wird mit einem Stein, einem Schlüsselbund oder einem Glas beschwert, und die Handkarten werden dichter gehalten. Für Autofahrten eignet sich eine Variante, bei der eine Person ansagt und die Karten für alle sichtbar auf einem Tablett liegen. Diese Anpassungen kosten nichts und erweitern die Zahl der Gelegenheiten erheblich, bei denen sich eine Runde überhaupt anbietet. Selbst eine halbe Stunde Wartezeit füllt sich damit ohne großen Aufwand.

Sinnvoll ist außerdem ein zweites Deck im Auto oder in der Reisetasche, weil ein einzelnes Deck über die Jahre Karten verliert. Fehlt eine Karte, funktioniert Mau-Mau zwar weiter, allerdings verschieben sich die Wahrscheinlichkeiten spürbar, sobald eine Sieben oder ein Bube fehlt. Wie sich das Gepäck insgesamt sinnvoll zusammenstellen lässt, zeigt unser Ratgeber zum Koffer packen mit einer klaren Reihenfolge. Ein Deck gehört dabei in die Außentasche und nicht ganz nach unten in den Koffer.

Häufige Fragen zu Mau-Mau

Wie viele Karten bekommt jeder zu Beginn?

Üblich sind fünf Karten bei zwei bis vier Personen. Bei größeren Runden werden es vier oder drei, damit der Nachziehstapel für alle reicht. Ab fünf Personen empfiehlt sich ein zweites Kartendeck. Mit weniger Handkarten werden die Partien deutlich kürzer, was sich für Wartesituationen und für Runden mit jüngeren Kindern anbietet.

Zieht die Sieben zwei oder vier Karten?

In der Grundfassung zwei. Verbreitet ist die Kettenregel, bei der eine eigene Sieben die Ziehpflicht weiterreicht und der Betrag sich addiert, sodass bei zwei Siebenen vier und bei drei Siebenen sechs Karten fällig werden. Beide Varianten sind gängig, deshalb gehört diese Frage vor dem ersten Zug geklärt, besonders in gemischten Runden.

Darf auf einen Buben ein weiterer Bube gelegt werden?

Die verbreitetere Fassung verbietet es, weil sonst mehrere Buben hintereinander die Farbe immer wieder ändern und das Spiel zäh wird. Es gibt allerdings Runden, in denen es erlaubt ist. Wie bei allen strittigen Punkten gilt: vorher festlegen, weil die Situation sonst mitten im Spiel für Diskussionen sorgt.

Was passiert, wenn der Nachziehstapel leer ist?

Am verbreitetsten ist, den Ablagestapel bis auf die oberste Karte zu nehmen, zu mischen und wieder verdeckt hinzulegen. Manche Runden beenden an dieser Stelle die Partie und werten aus, wer die wenigsten Karten auf der Hand hat. Beide Varianten funktionieren, wichtig ist eine Festlegung vor Spielbeginn.

Ab welchem Alter können Kinder Mau-Mau spielen?

Mit einer vereinfachten Fassung ohne Aktionskarten ab etwa fünf Jahren. Dabei wird nur nach Farbe und Wert gelegt, was die Grundmechanik vermittelt, ohne zu überfordern. Die Sonderkarten kommen nach und nach dazu, beginnend mit der Sieben. Bei den Jüngsten hilft es, die Ansagepflicht wegzulassen und mit offenen Handkarten zu spielen.

Warum gibt es keine offiziellen Regeln?

Mau-Mau hat keinen Verband und kein verbindliches Regelwerk, weil es über Generationen mündlich weitergegeben wurde. Dabei haben Familien und Regionen eigene Zusätze entwickelt. Es gibt deshalb keine richtige Fassung, nur mehr oder weniger verbreitete. Am praktischsten ist es, die strittigen Punkte vor dem ersten Zug in zwei Minuten durchzusprechen.

Fazit zu den Mau-Mau-Regeln

Der Grundstand ist schnell erklärt: Farbe oder Wert passend ablegen, bei der vorletzten Karte Mau ansagen, bei der letzten Mau-Mau. Alles Weitere ist Verhandlungssache, und genau deshalb lohnen sich zwei Minuten Absprache über Sieben, Bube und Nachziehstapel, bevor die erste Karte fällt. Der häufigste Streitpunkt bleibt dabei die Sieben, und diese eine Frage vorher zu klären erspart die meisten Diskussionen am Tisch. Danach kann gespielt werden, statt verhandelt zu werden.

Maria Lengemann

Maria Lengemann schreibt seit rund zwei Jahrzehnten beruflich. Angefangen hat sie als Gaming-Journalistin, heute arbeitet sie als Ghostwriterin, Romanautorin und ist zudem Marketing-Managerin und KI-Expertin. Mit ihrer Familie lebt sie in der Oberpfalz.

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