Startseite Alltag clever gestalten Kopfumfang messen: So findest du die richtige Helm- und Mützengröße
Kopfumfang messen: So findest du die richtige Helm- und Mützengröße

Kopfumfang messen: So findest du die richtige Helm- und Mützengröße

Der Kopfumfang wird meist dann gebraucht, wenn eine Bestellung ansteht: ein Fahrradhelm, eine Mütze, ein Motorradhelm oder eine Perücke. Gemessen ist er in einer halben Minute, und trotzdem landen erstaunlich viele Bestellungen wieder beim Absender, weil das Maßband an der falschen Stelle lag. Der Umfang ändert sich über die Kopfform hinweg deutlich, und ein Zentimeter Unterschied entscheidet bei Helmen über eine ganze Größenstufe. Bei Kindern kommt hinzu, dass der Kopf im ersten Lebensjahr stark wächst und ein Maß von vor drei Monaten bereits überholt sein kann.

Für die Messung reicht ein flexibles Maßband, wie es in jedem Nähkästchen liegt. Ohne Maßband tun es auch eine Schnur und ein Lineal, mit einem kleinen Umweg. Wichtiger als das Werkzeug ist die Stelle: Das Band läuft rund um den Kopf über die breiteste Linie, also knapp über den Ohren und über die stärkste Wölbung am Hinterkopf. Am Haaransatz gemessen oder mit schräg liegendem Band ergeben sich Werte, die zwei bis drei Zentimeter danebenliegen und damit die falsche Größe.

Was du zum Messen brauchst

Ein weiches Maßband aus der Schneiderei ist die erste Wahl, weil es sich der Rundung anpasst und sich gleichzeitig nicht dehnt. Solche Bänder kosten wenige Euro und liegen in fast jedem Haushalt. Wichtig ist, dass das Band nicht ausgeleiert ist, denn alte Bänder aus Kunststoff verlieren mit den Jahren ihre Maßhaltigkeit. Ein kurzer Vergleich mit einem Lineal oder Zollstock zeigt sofort, ob die Zentimeterangaben noch stimmen, und hat schon manche Fehlbestellung erspart. Zehn Sekunden Kontrolle sind allemal billiger als eine Rücksendung.

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Ohne Maßband nimmst du eine Schnur, einen Schuhbändel oder einen Streifen Papier. Der Streifen wird um den Kopf gelegt, die Überlappung markiert, und anschließend misst du die Länge bis zur Markierung mit einem Lineal oder Zollstock. Von dehnbaren Materialien wie Gummiband oder Wolle ist abzuraten, weil sie unter Zug nachgeben und zu kleine Werte liefern. Ein Streifen normales Druckerpapier arbeitet in dieser Hinsicht am zuverlässigsten und liegt in jedem Haushalt griffbereit. Schneide ihn etwa einen Zentimeter breit, dann lässt er sich sauber um die Rundung führen.

Die richtige Position für das Maßband

Die Messlinie verläuft horizontal um den Kopf und trifft drei Punkte: die Stirn knapp über den Augenbrauen, die Stelle direkt über den Ohren und die stärkste Wölbung am Hinterkopf. Ungefähr einen bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen ist vorne der richtige Ansatz. Der ADAC beschreibt in seiner Anleitung zum richtigen Einstellen des Fahrradhelms genau diesen Verlauf, weil der Helm später auf derselben Linie aufliegt wie das Maßband beim Messen. Mit dieser Linie im Kopf misst du reproduzierbar und kommst bei jeder Wiederholung auf denselben Wert.

Das Band liegt eng an, ohne einzuschnüren. Als Kontrolle sollte ein Finger noch flach zwischen Band und Kopf passen, aber nicht mehr. Zu locker gemessen führt zu einer Größe, in der der Helm beim Kopfschütteln verrutscht, zu stramm gemessen zu Druckstellen an den Schläfen nach einer halben Stunde. Halte den Kopf beim Messen gerade und schaue nach vorn, denn ein geneigter Kopf verschiebt die Messlinie am Hinterkopf nach unten und verfälscht das Ergebnis.

Die Haare bleiben, wie sie im Alltag sind. Ein hoher Dutt, ein dicker Zopf oder eine Hochsteckfrisur gehören vorher gelöst, weil sie das Band anheben. Bei sehr dichtem oder lockigem Haar drückst du das Band leicht an, ohne die Frisur platt zu quetschen. Wenn du den Helm im Winter über einer dünnen Mütze tragen willst, misst du diese Mütze am besten gleich mit und notierst beide Werte getrennt. Der Unterschied beträgt je nach Material einen halben bis ganzen Zentimeter.

Am zuverlässigsten wird das Ergebnis, wenn eine zweite Person misst. Selbst gemessen verrutscht das Band am Hinterkopf leicht, weil du es dort nicht sehen kannst. Falls niemand da ist, hilft ein Spiegel im Rücken oder ein Foto mit dem Handy von hinten. Miss in jedem Fall dreimal und nimm den größten Wert, denn ein zu klein gemessener Helm lässt sich nicht nachbessern, während etwas Spiel über die Verstellung aufgefangen wird.

Vom Messwert zur Größe

Bei Helmen und Mützen wird der gemessene Umfang direkt in Zentimetern angegeben, dazu kommen oft Buchstabengrößen als grobe Einteilung. Die Grenzen zwischen den Buchstaben schwanken zwischen Herstellern erheblich, weshalb der Zentimeterwert immer Vorrang hat. Fällt dein Maß genau auf eine Grenze, etwa 57 Zentimeter zwischen M und L, nimmst du bei Helmen die größere Größe, weil sich das Verstellrad nach unten fester ziehen lässt. Bei Mützen aus Strick ist die kleinere Größe meist die bessere Wahl, weil das Material nachgibt.

Kopfumfang in cm Größe Typisch für
44 bis 48 XXS bis XS Kleinkinder
49 bis 52 XS bis S Kinder im Vorschulalter
53 bis 55 S Schulkinder, zierliche Erwachsene
55 bis 57 M viele Frauen
57 bis 59 L viele Männer
59 bis 61 XL Erwachsene mit größerem Kopfumfang
61 bis 64 XXL selten im Handel, oft Sonderbestellung

Diese Tabelle ist ein Anhaltspunkt und ersetzt die Größentabelle des jeweiligen Herstellers nicht. Bei Motorradhelmen kommt zusätzlich die Kopfform ins Spiel, weil die Innenschalen je nach Marke eher rund oder eher oval geschnitten sind. Zwei Helme derselben Zentimetergröße können sich deshalb völlig unterschiedlich anfühlen. Der Umfang klärt lediglich die grobe Auswahl, die endgültige Entscheidung fällt beim Aufsetzen im Laden. Manche Hersteller geben die Innenform in der Produktbeschreibung an, was die Vorauswahl erleichtert.

Kopfumfang bei Babys und Kindern

Bei Säuglingen dient der Kopfumfang nicht allein der Bestellung, er wird bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig erfasst und in die Perzentilkurven im gelben Heft eingetragen. Diese Kurven zeigen, wie sich der Kopf im Verhältnis zu Gleichaltrigen entwickelt. Aussagekräftig ist dabei der Verlauf über mehrere Messungen, ein einzelner Wert am Rand der Kurve allein sagt wenig. Die Einordnung solcher Werte gehört ausschließlich in die Hände der Kinderärztin, eine Messung zu Hause ersetzt die Vorsorge nicht.

Fürs Mützenkaufen misst du bei Babys genauso wie bei Erwachsenen, nur mit mehr Geduld. Praktisch ist der Moment, in dem das Kind ruhig auf dem Arm sitzt oder schläft, weil ein zappelnder Kopf jede Messung unbrauchbar macht. Der Kopf wächst im ersten Jahr um mehrere Zentimeter, weshalb ein Maß aus dem Frühjahr im Herbst nicht mehr passt. Vor jeder Bestellung neu zu messen spart den Weg zur Rücksendung, gerade bei Helmen für das Laufrad oder den Fahrradsitz.

Wenn der Helm trotz richtiger Größe nicht sitzt

Der gemessene Umfang ist nur die halbe Miete, denn der Sitz entscheidet über die Schutzwirkung. Ein Fahrradhelm sitzt richtig, wenn er waagerecht auf dem Kopf liegt, etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, und im Nacken nicht nach unten kippt. Beim Kopfschütteln darf er nicht rutschen, es sollte sich nur die Kopfhaut mitbewegen. Die Riemen bilden unter den Ohren ein Dreieck, und der Kinnriemen lässt noch etwa anderthalb Zentimeter Luft zum Kinn, ohne das Atmen oder Mundöffnen zu behindern.

  • Waagerechter Sitz: zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, im Nacken nicht abgekippt.
  • Schütteltest: Kopf schütteln, der Helm bleibt an Ort und Stelle.
  • Riemendreieck: die Riemen laufen unter den Ohren zusammen und bilden ein sauberes Dreieck.
  • Kinnriemen: etwa anderthalb Zentimeter Spiel, Mund lässt sich öffnen.
  • Verstellrad: am Hinterkopf so weit zugedreht, dass der Helm hält, ohne zu drücken.
  • Nach 30 Minuten prüfen: Druckstellen zeigen sich meist erst nach einer Weile, nicht gleich beim Aufsetzen.

Weil jede Kopfform anders ist, empfiehlt der ADAC ausdrücklich, den Helm vor dem Kauf aufzusetzen. Zwei Modelle mit identischer Größenangabe können sich völlig verschieden anfühlen, je nachdem ob die Innenschale rund oder länglich geschnitten ist. Online bestellte Helme gehören deshalb direkt nach dem Auspacken anprobiert, solange die Rücksendefrist läuft, und zwar in der Kleidung, in der sie später getragen werden. Ein Helm für das Rennrad sitzt anders als einer, der im Winter über eine Mütze soll.

Kopfumfang und Mützengröße

Bei Mützen und Hüten spielt neben dem Umfang das Material die größere Rolle. Strick und Feinstrick geben nach und passen sich über eine Spanne von drei bis vier Zentimetern an, weshalb dort eine Größe für viele Köpfe reicht. Hüte aus Filz, Stroh oder Leder haben dagegen eine feste Weite und verlangen ein genaues Maß. Bei diesen festen Formen entscheidet schon ein halber Zentimeter über den Tragekomfort, und ein zu enger Hut hinterlässt nach einer Stunde eine sichtbare Druckstelle an der Stirn.

Hutgrößen werden in Deutschland ebenfalls in Zentimetern angegeben und entsprechen damit direkt dem Kopfumfang. Im angelsächsischen Raum trifft man dagegen auf eigene Zahlenskalen, die sich nicht ohne Tabelle übersetzen lassen. Praktisch ist bei festen Hüten ein sogenanntes Schweißband zum Nachlegen, das die Weite um bis zu einen Zentimeter verringert. Damit lässt sich ein leicht zu großer Hut nachträglich anpassen, während ein zu kleiner ohne Hutweitung beim Fachhandel nicht zu retten ist.

Häufige Fehler beim Messen

Der mit Abstand häufigste Fehler ist ein Maßband, das am Hinterkopf zu weit nach unten rutscht. Weil du diese Stelle selbst nicht siehst, fällt es beim Alleinmessen kaum auf, und das Ergebnis fällt um ein bis zwei Zentimeter zu klein aus. Ebenso oft wird zu fest gezogen, in der Annahme, ein straffes Band messe genauer. Tatsächlich drückt ein zu stramm gezogenes Band die Kopfhaut ein und liefert einen Wert, mit dem später jeder Helm an den Schläfen drückt.

Ein dritter Punkt betrifft die Umrechnung bei ausländischen Anbietern. Britische und amerikanische Hersteller geben Helmgrößen teils in Zoll oder in eigenen Zahlenskalen an, die sich nicht linear auf Zentimeter abbilden lassen. Verlasse dich dort auf die Tabelle des jeweiligen Anbieters und nicht auf allgemeine Umrechner aus dem Netz. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass beim Onlinekauf ein Widerrufsrecht von vierzehn Tagen gilt, was bei Fehlgriffen in der Größe die Rückgabe absichert, solange die Ware unbenutzt bleibt.

Häufige Fragen zum Kopfumfang

Wo genau lege ich das Maßband an?

Horizontal um den Kopf, vorne ein bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, seitlich direkt über den Ohren und hinten über die stärkste Wölbung des Hinterkopfs. Das Band liegt eng an, ein Finger sollte flach darunter passen. Am Haaransatz oder schräg gemessen liegt das Ergebnis leicht zwei bis drei Zentimeter daneben.

Kann ich ohne Maßband messen?

Ja. Nimm einen Streifen Papier oder eine Schnur, lege ihn um den Kopf, markiere die Überlappung und miss die Länge bis zur Markierung mit einem Lineal. Vermeide dehnbare Materialien wie Gummiband oder Wolle, weil sie unter Zug nachgeben und zu kleine Werte liefern.

Welche Größe nehme ich, wenn ich genau auf der Grenze liege?

Bei Helmen die größere, weil sich das Verstellrad am Hinterkopf nach unten enger ziehen lässt, ein zu kleiner Helm aber nicht weiter wird. Bei Strickmützen die kleinere, weil das Material nachgibt. Bei Motorradhelmen entscheidet zusätzlich die Kopfform, dort hilft nur Anprobieren.

Wie oft muss ich bei Kindern neu messen?

Vor jeder Anschaffung. Im ersten Lebensjahr wächst der Kopf um mehrere Zentimeter, danach langsamer, aber immer noch spürbar. Ein Maß, das ein halbes Jahr alt ist, taugt für eine Helmbestellung nicht mehr.

Messe ich mit oder ohne Mütze?

Grundsätzlich ohne, mit normal getragener Frisur. Wenn du den Helm im Winter regelmäßig über einer dünnen Mütze tragen willst, miss zusätzlich mit Mütze und notiere beide Werte. Dicke Hochsteckfrisuren und Dutts vorher lösen, weil sie das Band anheben.

Warum drückt mein Helm trotz passender Größe?

Weil der Umfang nur eine Dimension abbildet. Innenschalen sind je nach Hersteller eher rund oder eher länglich geschnitten, und ein länglicher Kopf drückt in einer runden Schale an den Schläfen. Druckstellen zeigen sich oft erst nach einer halben Stunde, deshalb lohnt eine längere Anprobe.

Fazit zum Kopfumfang messen

Für ein verlässliches Maß brauchst du ein weiches Maßband und die richtige Linie: vorne ein bis zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, seitlich über den Ohren, hinten über die stärkste Wölbung. Das Band liegt eng an, ein Finger passt flach darunter, gemessen wird dreimal und der größte Wert zählt. Bei Grenzfällen nimmst du für Helme die größere Größe und für Strickmützen die kleinere. Der Umfang klärt allerdings nur die Vorauswahl, denn über den tatsächlichen Sitz entscheidet die Kopfform, weshalb Anprobieren durch nichts zu ersetzen ist. Weitere Maße für den Alltag findest du in den Anleitungen zum Ringgröße messen, zum Bauchumfang messen und zur Beininnenlänge. Wenn du im Ausland bestellst, hilft zusätzlich die Übersicht zur Umrechnung von Inch in Zentimeter.

Maria Lengemann

Maria Lengemann schreibt seit rund zwei Jahrzehnten beruflich. Angefangen hat sie als Gaming-Journalistin, heute arbeitet sie als Ghostwriterin, Romanautorin und ist zudem Marketing-Managerin und KI-Expertin. Mit ihrer Familie lebt sie in der Oberpfalz.

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